Dienstag, 1. August 2017

Lofoten 2.0 - Tag 15-17, Svolvær, Kongstindan, Bodø

Als wir am Sonntag Morgen erwachten, regnete es zum ersten Mal seit unserer Ankunft richtig. Wir beschlossen daher, einfach liegen zu bleiben und zu lesen und später den Bus zu nehmen. Um unsere Sachen trocknen zu können und um uns auf die Heimreise vorzubereiten nahmen wir für die letzten zwei Nächte ein Hotelzimmer in Svolvær und nochmal eins für eine Nacht in Bodø. Der Sonntag verlief sehr gemächlich, da der Regen nicht unbedingt ein Motivationsbote war. Am Montag sah das Wetter schon ganz anders aus. Es schien die Sonne und ein leichter Wind ging. Daher stellten wir auch das Zelt zum Trocknen in einem Park vor dem Hotel auf, der Mitten in der Stadt lag.
Während das Zelt vor sich hin trocknete, ging ich alleine auf die letzte Wanderung dieser Ferien und lief in knapp 1:15 h den Kongstindan, den Königsberg, hinauf. Oben genoss ich die Aussicht und die Gesellschaft der anderen Wanderer und machte mich gegen Mitte des Nachmittags auf den Rückweg.
Am Abend gingen wir ein letztes Mal das köstlichste Fischgratin der Lofoten essen um dann eher früh zu Bett zu gehen, da es am Dienstag bereits um 6 Uhr losgehen sollte.
Die Fähre brachte uns dann der Küste entlang nach Bodø, wo wir beinahe den ganzen Tag im Spa mit Sauna, Dampfbad und Whirlpool verbrachten. Jetzt warten wir eingeweicht auf den morgigen Rückflug, der uns zurück in die, vermutlich viel zu heisse, Schweiz bringen wird.
Unser Hotel machte sich noch am selben Abend durch ein recht gut bestücktes Abendbuffet bezahlt. So richtig toll wurde es aber erst beim Frühstück, denn dieses Buffet war so gross, dass wir nicht einmal alles probieren konnten. Glücklich und gut gefüllt verliessen wir also schliesslich Bodø an einem trüben, aber warmen Morgen in Richtung Süden.
Bis bald lieber Norden, ich komme wieder!








Samstag, 29. Juli 2017

Lofoten 2.0 - Tag 12-14, Kabelvåg, Henningsvær, Rørvik

Auf geht's, Wanderschuhe schnüren, Rucksäcke schultern und laufen bis zum nächsten Ziel. Dieses hiess am Donnerstag Kabelvåg. Diese ehemalige Hauptstadt der Lofoten glänzt heute mit Gemütlichkeit, die man gut mit Verschlafenheit verwechseln kann. Dort besuchten wir zu erst das Lofotakvariet um ums einen Überblick über die Unterwasserwelt der Lofoten zu verschaffen. Besonders toll waren die Robben und Otter die sie dort hatten.
Danach ging's ins Städtchen selber, wo wir nach Eis und ein wenig schlendern einen Zeltplatz für die Nacht ausfindig gemacht hatten. Eigentlich wollten wir essen gehen, aber im einzigen Restaurant wurden wir darauf hingewiesen, dass zwei volle Reisebusse auf dem Weg zu ihnen wären und das Restaurant bald ganz voll sein sollte. Wir nahmen also die Beine in die Hand und verliessen den Touri-Gefahrenbereich so schnell wie möglich, um ein einfaches Picknick zum Abendessen zu kaufen.
Am Freitag Morgen machten wir uns mit dem Bus auf den Weg mach Henningsvær, den Venedig des Nordens. Dieses kleine Dorf ist auf mehreren, durch Brücken und Dämme verbundene Inseln erbaut und erfreut sich grosser Beliebheit bei den Eingeborenen und bei den Touristen. Gegen Abend wanderten wir, nach Besuch des Dorfs und einem guten Bacalao (Stockfisch auf portugiesische Art) auf den Festvågtinden, der eine tolle Aussicht und den einzigen Süsswassersee der Gegend bietet. Die Aussicht von oben war atemberaubend und das Bad erfrischend. Zuvor waren wir im Meer baden, das noch deutlich kälter war als der kleine Heiavatnet. In diesem doch eher kleinen See sahen wir zum ersten Mal Käfer, die tauchen konnten und sich unter Wasser so schnell bewegten wie Fische.
Es folgte zur Abwechslung mal eine etwas kühlere Nacht. Die Spannung am nächsten Morgen war gross, denn heute Samstag sollte unsere Kayaktour um Henningsvær herum stattfinden. Um 09:30 trafen wir uns mit unserem Guide Peter, halb Spanier, halb Norweger, auf einen Kaffee und erhielten anschliessend Kayak, Schwimmweste und Paddel. Mit dem Kayak ging es für 3 Stunden hinaus auf's Meer, zwischen den kleinen Inseln hindurch und von tiefem zum flachen Wasser und umgekehrt. Es ist unglaublich, wie klar das Wasser hier ist. Es ist so einfach, sich in der Tiefe zu verschätzen, zu meinen es blieben nur noch 10 Zentimeter bis zum Boden, obwohl es noch weitaus mehr ist. Man sieht Schwärme von kleinen Fischen und auch einige Grosse. Auch unsere Gruppe war gesprächig, auch wenn alle ausser uns Norwegisch sprachen. Tolle Idee gewesen!
Gegen Abend wollten wir nach Rørvik weiter, ein sehr bekannter Sandstrand in der Region, um dort zu übernachten. Leider mussten wir erneut feststellen, dass selbst hier in Norwegen öffentliche Verkehrsmittel nur bedingt zuverlässig sind und erreichten unser Ziel schliesslich per Anhalter.
Von dort unternahmen wir eine kurze Wanderung halb den Glomtinden hinauf und assen am Strand zu Abend.





















Mittwoch, 26. Juli 2017

Lofoten 2.0 - Tag 9-11, Kroktinden, Kleppstadheia, Svolvær

Austvågøya, der Name ist Programm, die höchsten Gipfel, die schönsten Täler und die grössten Dörfer (sie nennen sie Städte). Wir begannen ganz im Südwesten der Insel, in Kleppstad, von wo wir uns auf nach Sydalen machten. Unterwegs stolperten wir über einen tollen Zeltplatz und liessen unsere sieben Sachen liegen. Von dort aus ging es ungefähr 6 Kilometer den Berg hinauf, auf einen Gipfel des Kroktinden, eines ziemlich zentralen Bergs auf Austvågøya (707 m. ü. M. unser höchster, bisher). Nach anstrengender Wanderung über Geröllfelder, Bäche und Bergseen erreichten wir den Gipfel und wussten sofort warum wir hinaufgelaufen waren. Während der ersten Pause auf dem Sydalskaret (Pass von Sydalen), flog unerwartet ein riesiger Vogel auf uns zu: Wir sichteten bereits den zweiten Adler in unseren Ferien und das ganz ohne teure Bootstour (die werden hier wirklich überall angeboten). Ein besseres Panorama hat sich mir hier noch nie geboten. Es war überwältigend. Nach einem kleinen Mittagessen auf dem Gipfel ging's auch schon wieder bergab.
Am nächsten Morgen liefen wir zurück nach Kleppstad um die Kleppstadheia zu erklimmen, die einen tollen Ausblick auf den Gimsøystraumen mit seiner über 800 Meter langen Brücke und auf den Olderfjord bot.
Seit diesem Tag versinkt die Seite der Lofoten, die dem Atlantik zugewandt ist, im Nebel, den wir aber schon auf der Kleppstadheia hinter uns liessen.
Wir sind also nach wie vor von der Sonne verwöhnt.
Der Ausblick von der Kleppstadheia war schön, konnte sich aber nicht mit jenem des Kroktinden (sprich: Kruktinden) messen. Unten angekommen nahmen wir den nächsten Bus nach Svolvær, der Hauptstadt der Lofoten um dort auf dem Camping zu übernachten und endlich mal wieder eine echte Dusche zu geniessen.
Gegen Abend machten wir uns auf ins Zentrum von Svolvær um dort zu essen. Das Fischgratin, das ich essen durfte war so gut, dass man eigentlich den Koch entführen sollte! So guten Fisch haben wir beide schon lange nicht mehr gegessen. Nach einigen Bier (hier gibt's wieder welches) liefen wir langsam zurück zum Zelt und ins Bett um am Mittwoch früh aufzustehen. Dies war nötig, um den Menschenstrom zu umgehen, der täglich den schönsten Ausblick Norwegens, von der Fløya aus, geniessen will. Dort findet sich auch Djevelsporten, ein querliegender Stein über mehreren Metern nichts. Während des Abstiegs kamen uns so viele Menschen entgegen, dass wir unsere Entscheidung nicht bereuten.
Den späteren Nachmittag verbrachten wir in Svolvær, um Postkarten zu schreiben und uns das Städtchen anzuschauen und vor allem um mehr gutes Essen und vielleicht Bier zu finden.
Schönen, guten Abend
















Sonntag, 23. Juli 2017

Lofoten 2.0 - Tag 7-8, Gammen nach Borg

Von der Hütte bei Gammen ging's am Samstag Morgen wieder weiter in Richtung Borg. Unterwegs durch die wundervolle Bergwelt Vestvågøyas hat man Zeit um sich zu besinnen. Dies wird durch hohe Temperaturen und strahlenden Sonnenschein jedoch leicht erschwert. Zur Zeit sehen wir am Himmel kaum Wolken, das Wetter ist fabelhaft bei bis zu 20 Grad! Das erscheint einem hier richtig heiss.
Am späteren Nachmittag war diese Strecke vorbei und wir erreichten Borg, die Haupstadt der Lofoten in der Wikingerzeit. Hier stand das mächtigste Langhaus, das je von Wikingern erbaut wurde und das nun als Museum wieder neu erbaut wurde. Eben jenes Museum wollten wir uns anschauen, zu erst jedoch mussten wir unser Gepäck loswerden und suchten uns daher einen geeigneten Zeltplatz, den wir auf einer Halbinsel im Innerpollen, einem grossen Gewässer mit Anschluss an den Ozean, fanden. Das Wasser hier ist kein Süsswasser, aber auch noch kein richtiges Salzwasser. Früher konnten die Wikinger mit ihren Langbooten bis hier herein fahren.
Heute fährt hier nur noch der Nachbau eines Langbootes, der zum Museum gehört. Von unserem idyllischen Zeltplatz aus liefen wir den Rest des Weges zum Museum. Es war ein interessanter Besuch, auch wenn sich seit dem letzten Jahr nicht viel verändert hatte.
Den Abend und den ganzen Sonntag verbrachten wir entspannt auf unserer Halbinsel mit ein paar Bier, zu Essen und viel Lesen. So konnten sich auch unsere Füsse mal erholen und sich auf die nächste Etappe vorbereiten, die vermutlich aus den steilen Wanderungen zum Kroktinden und zur Kleppstadheia bestehen wird. Das bedeutet, dass wir am Montag Morgen auf die letzte Insel, Austvågøya, wechseln werden (Gimsøya überspringen wir).








Freitag, 21. Juli 2017

Lofoten 2.0 - Tag 4-6, Reine, Leknes, Gammen

Der Reinebringen: Ein Berg von solcher Macht, von solcher Stolzheit, dass er manchen erzittern lässt, der ihn besteigen will. So auch uns. Bereits am Fuss des Berges waren Tafeln angebracht, die vor einer Besteigung abrieten. Dennoch wagten wir den Versuch, mussten aber bald feststellen, dass durch den vielen Regen so viel Schlamm entstanden war, dass von Sicherheit keine Rede sein konnte. Wir kehrten also um, ohne den schönsten Blick auf Reine zu erhaschen. Dorthin machten wir uns schliesslich auf den Weg. Dieses malerische Dorf, das auf mehreren Inseln und Halbinseln erbaut wurde gehört zu den Sehenswertesten auf den Lofoten. Wir assen in einem der doch eher teuren Restaurants dann Pizza! Nach einer kurzen Tour unter den Stockfischgestellen ging's mit dem Bus weiter über Flakstadøya (die einzige Insel der Lofoten auf der ich noch nie gewandert bin) nach Leknes, dem zentralsten Ort der Lofoten. Bereits letztes Jahr lernte ich in Leknes Bjørg kennen, diese ältere Dame war früher Zahnärztin und lebt heute für ihren wunderschönen, riesigen Garten. Bei ihr verbrachten wir die Nacht, liessen uns mit Tee und Schafsfleischklössen verwöhnen. Wir durften schliesslich sogar in ihrer Scheune übernachten. Am nächsten Tag fuhren wir sie zum Einkaufen und durften uns für den Nachmittag ihr Auto ausleihen (Wow). So konnten wir schlecht erreichbare Ort wie Unstad, Eggum oder Ballstad erreichen und dort die Gegend unsicher machen. Erneut verbrachten wir die Nacht bei ihr, um ihr am folgenden Tag im Garten zu helfen.
Wieder wurde die Nacht lange vor dem zu Bett gehen, was in Nordnorwegen wegen der Mitternachtssonne ja kein Problem ist.
Den ganzen Freitag Morgen hatten wir alle Hände voll zu tun, putzen, reparierten und trugen die Dinge, die für Bjørg zu schwer waren. Gegen Mittag ging unsere Reise schliesslich zu Fuss weiter zum Hagskaret (ein Pass mit toller Aussicht) und zum Justatinden, den wir aber nicht ganz erklommen. Zum Abend hin erreichten wir den Kringlebotnsvatnet (kleiner See) an dem eine Hütte stand. Die Hütte war toll eingerichtet und lud nur dazu ein, ein Bad im See, der eiskalt war, zu nehmen und dort die Nacht zu verbringen. Morgen Samstag oder Sonntag früh hoffen wir das Wikingermuseum in Borg zu erreichen.
Soviel zu uns, bis bald.