Auf geht's, Wanderschuhe schnüren, Rucksäcke schultern und laufen bis zum nächsten Ziel. Dieses hiess am Donnerstag Kabelvåg. Diese ehemalige Hauptstadt der Lofoten glänzt heute mit Gemütlichkeit, die man gut mit Verschlafenheit verwechseln kann. Dort besuchten wir zu erst das Lofotakvariet um ums einen Überblick über die Unterwasserwelt der Lofoten zu verschaffen. Besonders toll waren die Robben und Otter die sie dort hatten.
Danach ging's ins Städtchen selber, wo wir nach Eis und ein wenig schlendern einen Zeltplatz für die Nacht ausfindig gemacht hatten. Eigentlich wollten wir essen gehen, aber im einzigen Restaurant wurden wir darauf hingewiesen, dass zwei volle Reisebusse auf dem Weg zu ihnen wären und das Restaurant bald ganz voll sein sollte. Wir nahmen also die Beine in die Hand und verliessen den Touri-Gefahrenbereich so schnell wie möglich, um ein einfaches Picknick zum Abendessen zu kaufen.
Am Freitag Morgen machten wir uns mit dem Bus auf den Weg mach Henningsvær, den Venedig des Nordens. Dieses kleine Dorf ist auf mehreren, durch Brücken und Dämme verbundene Inseln erbaut und erfreut sich grosser Beliebheit bei den Eingeborenen und bei den Touristen. Gegen Abend wanderten wir, nach Besuch des Dorfs und einem guten Bacalao (Stockfisch auf portugiesische Art) auf den Festvågtinden, der eine tolle Aussicht und den einzigen Süsswassersee der Gegend bietet. Die Aussicht von oben war atemberaubend und das Bad erfrischend. Zuvor waren wir im Meer baden, das noch deutlich kälter war als der kleine Heiavatnet. In diesem doch eher kleinen See sahen wir zum ersten Mal Käfer, die tauchen konnten und sich unter Wasser so schnell bewegten wie Fische.
Es folgte zur Abwechslung mal eine etwas kühlere Nacht. Die Spannung am nächsten Morgen war gross, denn heute Samstag sollte unsere Kayaktour um Henningsvær herum stattfinden. Um 09:30 trafen wir uns mit unserem Guide Peter, halb Spanier, halb Norweger, auf einen Kaffee und erhielten anschliessend Kayak, Schwimmweste und Paddel. Mit dem Kayak ging es für 3 Stunden hinaus auf's Meer, zwischen den kleinen Inseln hindurch und von tiefem zum flachen Wasser und umgekehrt. Es ist unglaublich, wie klar das Wasser hier ist. Es ist so einfach, sich in der Tiefe zu verschätzen, zu meinen es blieben nur noch 10 Zentimeter bis zum Boden, obwohl es noch weitaus mehr ist. Man sieht Schwärme von kleinen Fischen und auch einige Grosse. Auch unsere Gruppe war gesprächig, auch wenn alle ausser uns Norwegisch sprachen. Tolle Idee gewesen!
Gegen Abend wollten wir nach Rørvik weiter, ein sehr bekannter Sandstrand in der Region, um dort zu übernachten. Leider mussten wir erneut feststellen, dass selbst hier in Norwegen öffentliche Verkehrsmittel nur bedingt zuverlässig sind und erreichten unser Ziel schliesslich per Anhalter.
Von dort unternahmen wir eine kurze Wanderung halb den Glomtinden hinauf und assen am Strand zu Abend.