Viele Tage, viel ist passiert und wenig Platz zum Schreiben ist vorhanden...
Ich versuche daher, mich kurz zu fassen. Samstag in der Früh, so gegen 10 Uhr starteten wir vom Hotel aus in Richtung Milngavie (sprich: Milgaai [Komisch, diese Schotten]). Da diese Strecke aber noch innerhalb städtischen Gebiebts lag, legten wir diese Strecke noch mit dem Zug zurück. Von dort ging es dann aber endgültig los. Zu Fuss, mit dem Nötigsten bepackt und frohen Mutes auf nach Norden, Fort William entgegen. Das Meiste ist schnell erzählt, wir liefen, assen, liefen weiter und stellten gegen Abend unser Zelt auf. Meistens sogar auf einem Campingplatz, wobei der Unterschied zum Wildzelten manchmal nur darin bestand, dass noch andere Zelte um einen herunstanden und der Boden relativ eben war.
Wir mussten schon bald einsehen, dass wir vermutlich für das Ganze zu viel Zeit eingerechnet hatten und die Tagesetappen wirklich sehr sehr lieb berechnet waren. Daher lagen gewisse Ausflüge von Zeit zu Zeit drin. Wir erklommen immer wieder einmal Berge, die uns gut genug erschienen, besuchten nebenbei eine Whisky Destillerie oder machten einen Ausflug auf die Insel Inchcailloch im Loch Lomond. Was hingegen bis zum jetzigen Zeitpunkt nur durch Abwesenheit glänzt sind die berühmten, schottischen Burgen. Noch nicht eine hat sich getraut, sich uns in den Weg zu Stellen. Einige wenige Ruinen haben wir natürlich zu Gesicht bekommen, aber das ist nicht das Gleiche...
Ein weiteres Markenzeichen Schottlands hat uns, zum Glück, bisher fast verschont: der Regen. Bis jetzt waren die Tage relativ trocken, das heisst es herrscht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, ohne dass Regen vom Himmel fällt. Nachts kamen dann doch häufig ein paar Tropfen. Ein einziges Mal durften wir ein richtiges "Raining Cats and Dogs" miterleben. Komplett durchnässt, aber in angenehmer Gesellschaft ging aber auch dieser Tag bald vorbei und nach einem guten Ale, war das schon wieder vergessen.
Nun ja, nach nunmehr sieben Tagen wandern sind wir seit Freitag in Fort William und wohnen in einem geräumigen Wohnwagen, Luxus, nach unseren Massstäben (mit Sicht auf Ben Nevis). Die Wäsche ist gewaschen, wir auch und die Füsse haben sich auch wieder erholt. Es kann also weitergehen mit dem Abenteuer Schottland.