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Mittwoch, 6. Februar 2019

Norwegen 3.0 - Tag 9-13: Senja

Senja, eine tolle Insel.
Mit unserem Toyota Yaris haben wir uns richtig Mühe gegeben, jeden Winkel, jeden Fleck dieses Stück Land zu erkunden. Geklappt hat das nicht, aber wir sind weit gekommen.
Teilweise waren wir während etwa 4 Stunden reiner Fahrzeit im Auto unterwegs! Hat sich aber echt gelohnt. Der Beweis dafür findet sich in den Bildern.
Trotz viel Autofahren kam auch der eigentliche Grund für unseren Besuch, Schneeschuh Laufen, nicht allzu kurz. Wir waren praktisch jeden Tag auch noch auf den Beinen und irgendwo unterwegs. Meistens eher einfachere Strecken, damit der Ausflug nicht allzu lange dauerte.
Nachts wurde nämlich das Autofahren etwas gefährlicher. Plötzlich war die vorher gut geräumte Strasse wieder mit Schneeverwehungen bedeckt, da den ganzen Tag über ein rauer Wind blies und die Sicht wurde durch die Dunkelheit schlechter. Aber mit den Spikes an den Reifen und nur noch Schallgeschwindigkeit ging das auch gut.
Wir konnten jeden Tag wilde Tiere, besonders Rentiere und Seeadler beobachten. Ebenfalls praktisch an jedem Tag sahen wir die Nordlichter, allerdings nie wieder so wie an unserem letzten Abend in Tromsø. Da waren wir echt glücklich.
Senja hat wie zwei Gesichter. Die eine Hälfte, zum Festland hin, wo unser Haus steht, ist eher windstill und die Landschaft von geschwungenen Hügeln geprägt. Zum Atlantik hin werden die Hügel aber zusehends zu Bergen und immer steiler. Auch wird das Klima rauer, Wind bis Sturm kommt auf und es erscheint einem eisigkalt zu sein.
Wir haben es auf einige Berge geschafft, einige Sonnenuntergänge (hier schon später, so um 14:30 Uhr) gesehen und viel erlebt. Entsprechend kaputt waren wir dann immer am Abend.
Aber alles hat ein Ende, so auch dieser erste Aufenthalt auf Senja (wir ganz sicher nicht der letzte sein). Ich bevorzuge zwar nach wie vor die Lofoten, aber bin dennoch echt begeistert von Senja.
Um unser Auto zu einem passenden Zeitpunkt abgeben zu können, mussten wir eine weitere Nacht in Finnsnes (beinahe eine richtige Stadt) verbringen. In diesem Haus wohnten wir bei einer Familie, in einem Zimmer. Das Haus war riesig, mit zwei Wohnzimmern und riesigen Fenstern, durch die man Aussicht auf die Versterålen, Senja und das Festland, sowie die Fjorde dazwischen hatte. Für einen Tag war arbeiten angesagt, damit alle Studien daheim in der Schweiz anlaufen können. Am Tag darauf, Mittwoch, ging es dann früh morgens auf’s Boot nach Harstad und von dort weiter mit dem Bus auf die Lofoten. 
Jetzt wo ich diesen Eintrag schreibe, übertreten wir die Grenze zu Austvågøya, den Raftsundet. Ist schon fast wie heimkommen. Jetzt wo auch wirklich alle meine anderen Arbeiten abgeschlossen sind, können die Ferien richtig losgehen. Etwas anderes kann man hier auch kaum machen.

Bis bald

























Freitag, 1. Februar 2019

Norwegen 3.0 - Tag 6-8: Tromsø und Senja

Kalt. Das Stichwort der Woche.
Eigentlich war es praktisch gleichbleibend kalt. Was sich aber von Zeit zu Zeit veränderte und für Freude oder eben Frust sorgte war der Wind.
Am Abend vom Dienstag (Tag 5) ging es eben deswegen nicht hinauf zur Fløya (gefühlte -25°C oder so da oben...) sondern mit einem Stadtbus bis ans Ende der Linie. Dort liefen wir dann mit den Schneeschuhen irgendwo raus und versuchten der Lichtverschmutzung der Stadt zu entkommen, ohne nach unserem Ausflug heimlaufen zu müssen (Stadtbusse bis ca. Mitternacht).
Tatsächlich fanden wir dort eine Langlaufloipe, die wir zur Vereinfachung unseres Ausflugs nutzen konnten. War noch ganz praktisch, so konnten die Füsse laufen und der Kopf gleichzeitig nach oben schauen und Sterne, Sternschnuppen und vor allem Nordlichter suchen.
Naja, nach langem Warten und auch schon auf dem Rückweg hatten wir dann alles erfüllt! Sterne sind hier ja immer unglaublich viele zu sehen, Sternschnuppen waren auch einige unterwegs und schliesslich dann auch eher schwache Nordlichter (jetzt wo wir Experten sind, wissen wir das).
Dennoch genossen wir den Ausblick.
Tags darauf entdeckten wir Tromsøya, die Insel auf der Tromsø grösstenteils liegt. Es gibt da ausgedehnte Wälder, lange Langlaufloipen und tolle Aussichten auf die umliegenden Berge. Es war schon fast wie durch die Wildnis von Norwegen zu wandern, einfach zivilisierter.
Ausruhen stand nach Sonnenuntergang (14:19 Uhr) auf dem Programm, um am Abend fit für den Aufstieg auf die Fløya zu sein, da für Mittwoch wesentlich weniger Wind angesagt war.
Abends begann dann das grosse Abenteuer: Aufbruch zur Fjellheisen-Talstation (man kann auch von der Seilbahn auf den Berg hochgefahren werden, aber ganz in Rente sind wir auch noch nicht). Von dort aus hiess es dann Schneeschuhe anschnallen und Abmarsch. Erst Mal gemütlich dem Hang entlang, dann Linkskurve und steiler Anstieg über 800 Meter ca. 450 Höhenmeter nach oben auf ein erstes Plateau. Die Aussicht auf Tromsø bei Nacht war atemberaubend, echt toll.
Die Nordlichter waren über den ganzen Aufstieg unsere ständigen Begleiter, von Anfang bis Ende, die meiste Zeit aber eher schwach. Nach Tee-Pause dann weiter bergan. Der Eifer hatte uns so stark gepackt, dass wir den Berg gerade angehen wollten. Diese Strecke war aber dann so steil, dass wir kurz vor dem Gipfel abgebrochen haben. Die Aussicht ist aber trotzdem nochmal ein gutes Stück besser geworden.
Naja, nach Aufstieg kommt Abstieg.
Unten angekommen war uns ein unglaublicher Empfang vergönnt. Es war etwa 00:30 Uhr und plötzlich war über den gesamten Himmel hinweg ein grosses grünes Band zu sehen, das sogar flackerte! Das war Mal ein Erlebnis, ein richtig grosses Nordlicht! Ach ja, das Wasser war uns im Rucksack drinnen auch eingefroren: "Liebe Grüsse, Arktis".
Spät nachts kamen wir nach Hause, assen nochmal riiiichtig viel und schliefen dann verdient (unsere Meinung, Gegenstimmen wenden sich bitte an "Weisses Haus, Washington") aus.
Am folgenden Tag hatten wir gerade Glück mit gemütlich Frühstücken und packen hat es gerade auf den Bus nach Ersfjord gereicht. Es sei erwähnt, dass der nur knapp stündlich (für hiesige Bedingungen oft) fährt.
Ersfjord ist bekannt für die schöne Aussicht dem schnurgeraden Fjord entlang.
Die und eine heisse Schokolade in einem echt süssen Kaffee dort genossen wir den Rest des Nachmittages lang.
Am Abend, nach erfolgreicher Rückkehr und Souvenirkauf gingen wir noch einmal kurz auf Nordlichterjagd, diesmal etwas näher an unserem Zimmer, weil wir am nächsten Tag nach Senja reisen würden und daher früh aufstehen.
Naja und dort unten ganz am Südzipfel (norwegisch "Sydspissen") ging's dann so richtig rund. Lichtverschmutzung war plötzlich kein Thema mehr, der Himmel brannte. So richtig. Also wirklich komplett. Von einem Ende zum anderen waren da Nordlichter, in grün und rot und etwas blau. Einfach unglaublich. Und sie tanzten, sie tanzten wirklich zusammen! Immer wieder wuchsen zwei Lichterschlangen aufeinander zu und berührten sich dann auch noch perfekt. Sie verbunden sich, sie trennten sich und das wirklich innert Sekunden! Die Lichter waren so hell, dass wir trotz Licht in Tromsø Videos mit dem Handy machen konnten.
Was für ein Abschied.
Naja nach einem weiteren Mal schlafen ging es dann um 7 Uhr morgens mit den Boot ab nach Senja! Einige Schwierigkeiten (alte Busfahrer in der norwegischen Pampa, die kein Englisch können hauptsächlich) später hatten wir dann ein Mietauto. Ein tolles sogar, kleines Upgrade weil sich unserer verspätet hatte.
Daher nun: Toyota Yaris, Automatik und Winterreifen (in Nordnorwegen standardmässig mit Spikes, niemand hat die Macht dieses Eis auf den Strassen zu lösen). So gewappnet ging's auf zum Einkaufen und schliesslich auch nach Senja.
Tolles Haus haben wir da, etwas kühl, aber gut.
Schliesslich sind wir auch noch etwas in der Umgebung herumgefahren und haben alte Bunker aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt, eine riesige Anlage mit Landungsboot und allem dort. Aber kaum eine Beschreibung dabei und alles war offen. Wir sind nicht wirklich tief hineingegangen, aber es wäre also noch einige Meter tiefer in den Fels hinuntergegangen.
Überall auf den Strassen laufen die Rentiere herum, echt unglaublich :)
Naja, heute Abend soll's anscheinend nochmal richtig rund gehen mit den Nordlichtern, lassen wir uns überraschen.
Bis bald



























Dienstag, 29. Januar 2019

Norwegen 3.0 - Tag 1-5: Oslo und Tromsø

Wieder Mal Norwegen, dieses Mal aber vervollständigen.
Man will ja auch Mal was Neues sehen.
Deswegen: Nicht mehr nur Umsteigen in Oslo, sondern aussteigen und die Stadt anschauen.
Wir hatten knappe drei Tage Zeit und haben wirklich viel von dieser sehr interessanten Stadt gesehen.
Es gibt viele Restaurants, weniger Bars und auch nicht wirklich viele Leute.
Dafür unglaublich viel moderne Architektur an jeder Ecke.
Oslo ist voll von Geschichte und Museen, die praktisch alle eine Besichtigung wert sind.
Am ersten Abend vertraten wir uns grosszügig die Beine bis etwa 2 Uhr morgens.
Dabei haben wir den Teil von Oslo entdeckt, der Touristen wohl eher fremd ist. Wir haben sogar ein selbergemachtes Eisfeld gefunden, auf dem wir spielen konnten. Daneben lagen die Schlittschuhe der Schulkinder einfach so rum! Klaut ja keiner was hier.
Am nächsten Tag sind wir gleich weitergelaufen und haben wirklich die ganze Stadt durchquert und etwa 20 Kilometer hinter uns gebracht.
Zwischendurch brauchte es eine Kaffeepause, um nicht vollständig zu erfrieren. Es war nämlich ca. -5°C warm und es ging durchgehend ein Wind. Wir fragten uns die ganze Zeit über, wie wir es schaffen sollten, den Norden zu überleben, wo alles noch kälter ist.
Der nächste Tag war geprägt von vielen Museumsbesuchen, unter anderem dem Fram-Museum, in dem die originale "Fram", das Schiff, das Roald Amundsen an den Südpol gebracht hat, ausgestellt wurde. In einem anderen Museum auf der Museumshalbinsel waren alte Wikingergrabschiffe (ja, die Irren haben tatsächlich ganze Schiffe vergraben um jemanden zu beerdigen) ausgestellt und in einem Museum gleich daneben Gebäude aus allen Gebieten Norwegens so als Freilichtmuseum aufgebaut.
Alles in Allem ist Oslo schon eine Reise wert. Dennoch bin ich persönlich ganz klar begeisterter vom Rest von Norwegen, von grossen Aussichten, grossen Bergen und kleinen Städten mit kleinen Menschenmassen. Oslo ist nicht mein Norwegen (gehört aber irgendwie trotzdem dazu).
Am Tag 4 schauten wir uns das Hipsterviertel Grünnerløkka an, in dem sich gar nicht so viele Hipster befanden, wie erwartet. Danach war es auch schon Zeit weiter in den Norden, nach Tromsø zu fliegen. Dort kamen wir dann auch mitten in der Nacht, um 18:00 Uhr, an. Hier ist es geschlagene -15°C warm. Das ist also so als ob man in einen begehbaren Tiefkühlschrank ohne Ende hinein steht. Echt genial!! Hier ist gleich alles besser! Es gibt Berge, die Stadt ist schon kleiner, es gibt direkt Meer und die Luft ist soo viel frischer als sonst irgendwo. Auch liegt hier Schnee bis zum Abwinken, überall finden sich mannshohe Haufen.
Einfach nur genial :)
All das genossen wir auch am Tag 5, an dem wir in tiefer Dunkelheit aufwachten (Sonnenaufgang irgendwo gegen 9 Uhr). Wir erkundeten das Zentrum (Sentrum) von Tromsø zu Fuss und besuchten sogar noch die "Ishavskatedralen" (Eismeerkathedrale), die aber geschlossen war.
Nun sitzen wir wieder zu Hause und ruhen uns aus, damit wir dann später am Abend auf den Hausberg "Fløya" laufen können (endlich wandern). Dort oben hoffen wir auf eine tolle Aussicht über Tromsø und vor allem auf Polarlichter.
Die Prophezeiungen für die Polarlichter sagen derzeit ein Maximum für Freitag voraus. Freitag kommen wir gerade in unserem Quartier auf Senja, also im Gebiet ohne Lichtverschmutzung an. Juhuuu!
Bis bald
Robin und Nanah