Dienstag, 18. Juli 2017

Norwegen, Lofoten 2.0 - Tag 1-3, Værøy und Moskenesøya

Der Norden ruft!
Die Idee war echt super.
In Zürich wurde unser Gepäck falsch gestempelt und wollte in Oslo bleiben. Wir konnten es mit viel Überzeugungskunst dazu überreden uns doch no weiter zu begleiten. In Bodø angekommen mussten wir die Zeit bis zum frühen Morgen totschlagen, um die Fähre nicht zu verpassen. Dank Pubs und einem Aufenthaltsraum gelang uns das ohne grössere Schweirigkeiten.
Allein das Naturschauspiel der Mitternachtssonne hätte als Zeitvertreib vollkommen ausgereicht. Dass die Sonne nie untergeht, es 24 Stunden am Tag hell ist, ist einfach unglaublich! Ach ja, Aussentemperatur 13 Grad.
Nach 5 Stunden Fahrt mit der Fähre erreichten wir Værøy, die erste Insel unserer Route. Sie ist eine der kleinsten bewohnten Inseln der Lofoten, dafür aber umso bergiger. Die Insel ist dafür bekannt, dass man hier Papageientaucher sehen kann.
Wir machten uns sofort auf, eine Gasflasche zu kaufen und die Insel zu erkunden. Der Weg, der um die Insel herum zum Papageientaucherfelsen führt war sehr viel anstrengender als gedacht. Belohnt wurden wir bereits unterwegs von der atemberaubenden Landschaft, den steilen Gipfel, dem plötzlichen Übergang zum Meer und den typischen Häuschen. Papageientaucher wollten sich uns leider keine zeigen.
Stattdessen wurden wir mit etwas noch seltenerem belohnt: Ungefähr 50 Meter neben uns landete, während einer kurzen Pause, plötzlich einer dieser grossen Seeadler mit weissem Kopf! Einen solchen Vogel auf einem Bild festzuhalten ist toll, aber beinahe unmöglich.
Für die Nacht suchten wir uns einen ruhigen Strand mit ein bisschen weniger Sonne. Dank der Schlafbrillen merkten wir aber nur wenig davon im Zelt.
Dienstag Früh machten wir uns auf den Weg mit der Fähre nach Moskenesøya und damit auf die eigentlichen Lofoten! Wir freuten uns auf die noch steileren Hügel, auch wenn wir kraftmässig schlechter dalagen als noch vor wenigen Tagen und wurden nicht enttäuscht. Nach ortskundiger Anleitung liefen wir den Ågvatnet (See) entlang in ein wunderschönes Trogtal dessen Mitte der See mit den kleinen Häuschen darum bildete. Am Ende angekommen erklommen wir einen der Pässe, um von den Gipfeln auf beide Seiten der Lofoten blicken zu können. Wir mussten aber feststellen, dass der Wind im westlichen Bereich doch wesentlich stärker zu sein scheint.
Nach dem Genuss dieser Aussicht und dem tollen Abstieg (naja) wanderten wir, mit Eispause, noch bis Moskenes, wo wir die Nacht verbrachten um am nächsten Tag nach Reine zum Reinebringen weiter zu wandern.
Gute Nacht














Dienstag, 13. September 2016

Tag 13-14: Sandsletta - Trollfjord

Nachdem wir am Sonntag köstlich zu Abend essen waren, erlaubten wir uns erneut eine Nacht im Zelt. Der Barkeeper des Restaurants hatte uns bereits empfohlen lieber ein Glas Weinmehr zu trinken, denn "It's storm tonight". Und ungefähr so lief die Nacht dann ab, obwohl wir bei der Auswahl des Schlafplatzes möglichst sorgfältig vorgegangen waren und das Zelt an jedem möglichenPunkt befestigt hatten. Erholsam ist anders. Sogar diese Nacht ging vorbei und unser Zelt hat standgehalten.
Der folgende Tag, Montag, diente der Erkundung der letztem Stücke der Lofoten, also des nordöstlichen Teils von Austvågøya, der östlichsten Insel der Lofoten. Dieser Teil ist geprägt von, für hiesige Verhältnisse, weiten Ebenen und sanfteren, aber auch höheren Bergen. Hier herrscht klar die Landwirtschaft vor, überall sind Bauernhöfe und Zäune und auf den Strassen laufen Schafe.
Gegen Nachmittag konnten wir unser neues Zimmer, eine ehemalige Saunahütte mit direktem Zugang zum Bach, beziehen. Der Hof liegt direkt an einem wunderschönen, häufig spiegelglatten See in Mitten von Austvågøya, in Sandsletta.
Dienstag fuhren wir früh, gegen Mittag, nach Svolvær, wo wir den Bus nach Sortland bestiegen und, teilweise sogar mit Fähre, nach Stockmarknes fuhren. Dies ist die letzte Haltestelle der Hurtigruten, der ehemaligen Postschiffe, die heute eher Kteuzfahrtschiffen gleichen. An Bord kauften wir Fahrtkarten bis Svolvær, weil die Hurtigruten auf ihrem Weg durch den Trollfjord, einen der touristisch attraktivsten Orte Norwegens, fahren. Die Fahrt von den Vesterålen (Stockmarknes) zu den Lofoten (Svolvær) war sehr interessant und sehenswert. Der Trollfjord selber war zwar hübsch, aber das besonders hervorgehobene Wenden des Schiffes im engen Fjord, aber auch der Fjord selber entsprachen unseren Vrostellungen nicht. Eine tolle Überfahrt war die Strecke trotzdem und daher für Nachahmer empfehlenswert.
Es wird langsam Zeit, sich von den Lofoten zu verabschieden. Morgen Mittwoch wird unser letzter Tag hier sein, da unsere Fähre nach Bodø sehr früh morgens am Donnerstag auslaufen will.






















Sonntag, 11. September 2016

Tag 10-12: Henningsvær - Digermulen

Henningsvær, Venedig des Nordens, ist ein schönes Fischerdorf, das sich auf mehrere Inseln verteilt und ziemlich abseits des Kuchens liegt. Es ist über eine enge, aufgeschüttete Strasse, entlang von wunderschön grünem Fjordwasser, zu erreichen. Hier hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Die Restaurants sind offen, gut in Stand gehalten und echt toll gelegen. Viele sind auch richtig toll themenmässig eingerichtet. Wie im Rest der Lofoten ist auch hier in den Nebenstrassen nichts los, was dem Naturbeobachter zu Gute kommt. Henningsvær ist der erste Ort, der uns begegnet, der einen Fussballplatz mit Kunstrasen besitzt. Die anderen waren Asphaltplätze!
Nach einer kurzen Rundfahrt nach Hov, zum einzigen Golfplatz der Lofoten stellteb wir unser Zelt in der Nähe von Kabelvåg am bekanntesten Kletterort der Lofoten auf.
Am nächsten Tag fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein ins Nahe Svolvær wo Michèle blieb und von wo aus ich den Føya, den Berg direkt nach Svolvær bestieg. Der steile Aufstieg, direkt im Hang gefolgt von Gratwanderungen in schwindelerregenden Höhen war jedoch die Mühe wert. Die Aussicht von dort oben wird von viele als die schönste Norwegens bezeichnet und das bei dem Wetter! Man vergesse hier die Teufelspforte nicht. Dies ist ein stabiler Steinbalken, der zwischen den Felswänden eingekeilt liegt. Schwindelfreie können sogar auf ihn drauf, auf eigene Verantwortung versteht sich.
Da ich nur die Hälfte der gedachten Zeit für die Wanderung verbraucht hatte, schloss ich noch eine andere auf den Glomtinden, eine eher einfache Wanderung mit Pass, an. Auch von dort bot sich mir eine tolle Aussicht, besonders auf den Vågakallen, den schwierigsten Berg der Lofoten, aber auch auf unseren Schlafplatz.
Danach ging ich im See direkt darunter baden/duschen und machte mich müde auf den Rückweg zu Michèle.
Von Svolvær aus fuhren wir weit nach Digermulen, ein kleiner Ort am Raftsund, um dort zu übernachten. Wir hatten die Hoffnung, hier auf Schwertwale zu treffen. Schwertwale trafen wir keine, dafür aber den schönsten Strand der Region (unser Geheimtipp, nähe Årstein) und einen ganzen Haufen Schären, die vor der Küste verstreut liegen.
Am Sonntag legen wir einen ruhigen Gang ein, probieren uns durch die Kaffees der Insel und versuchen nicht daran zu denken, dass heute Abend sehr viel Wasser vom Himmel fallen soll.