Es ist schon etwas Schönes am Morgen das Zelt zu öffnen und auf die wohl imposantesten Felswände der Lofoten zu blicken. Der Wind hatte sich über Nacht gelegt und sogar die stets dicke Wolkenschicht hatte sich soweit gelockert, dass einige wenige Fetzen blauen Himmels zu sehen waren. Das Ziel an diesem Tag waren zwei Pässe mit über 400 Meter Höhe (bedenke: Wir beginnen immer beinahe auf 0 m. ü. M.). Der Weg führte uns sofort steil an eine Felswand, auf der gegenüberliegenden Talseite.
Man sollte vielleicht hier den Grund für das viele Grün auf den Bildern erwähnen. Auf den Lofoten ist alles nass! Man watet meist knöcheltief im Morast, wenn man über eine Wiese geht, oder schlimmer, wenn man einen Wanderweg entlang läuft. Hier fliesst ständig irgendwo Wasser ab und sammelt sich in kleineren, provisorischen Seen in Mitten eines Feldes. Die weiche Vegetation am Boden macht diesen Umstand nicht wirklich angenehmer. Wanderwege gleichen Bächen, Wiesen gleichen Sümpfen und mitten drin stehen wir...
Gut, wir begaben uns also die erste steile Wand hinauf. Nach gut einer Stunde, waren wir oben und trotz starkem Wind klappte uns die Kinnlade ganz weit auf. Auf den Lofoten kann man um irgendeine Ecke blicken und denken: Wow, wie schón ist das denn? Wenn man aber um die nächste schaut, verblasst das zuvor gesehene sofort wieder, denn es wird immer schöner, schroffer, wilder.
Gut, oben auf dem ersten Pass gab's eine kurze Verschaufpauseund gleich ging's weiter, der Bergflanke entlang zum nächsten Pass, mit dem selben Mund-auf-Effekt. Der Weg hinunter ins nächste Tal war noch stärker von Wasser geprägt und sogar unten im Tal war kaum eine trockene Stelle zu finden. Selbstverständlich waren unsere Schuhe schon seit dem ersten Tag nass, spätestens hier aber, waren sie durchweicht. Die Wiese erwies sich als heimtückisch, weil man tiefere Löcher nicht gut von normaler, begehbarer Vegetation unterscheiden konnte. Aber alles war unter Wasser, einzige Ausnahme: Grosse Felsen. Das Wetter selber zeigte sich immer gnädiger, sogar die Sonne war unterdessen aus ihrem Versteck gekrochen. Das eigentliche Ziel des Tages war der Doppelstrand Kvalvika. Da uns die Pässe aber doch ziemlich erschöpft hatten, beschlossen wir, bereits am Markvatnet unser Zelt aufzuschlagen und von dort aus am nächstenTag weiter zu laufen. Weil das Wetter für einmal nicht ganz regnerisch war, versuchten wir im Verlauf des Abends mit mässigem Erfolg unsere Kleider zu trocknen (siehe Foto).











